In Outlook werden Ordner und Inhalte in der Regel nur dann „gelöscht“, wenn
- Speichergrenzen erreicht werden oder
- System- bzw. Spezialordner verwendet werden, die anders behandelt werden als normale Benutzerordner.
Für eine Kanzlei sind insbesondere folgende Punkte wichtig zu prüfen:
- Speichergrenzen und automatische Bereinigung
- Wenn Outlook mit einem Server-Postfach (Exchange/Outlook.com) verbunden ist, können Speicherlimits greifen. Wird das Limit überschritten, kann der Dienst beginnen, alte oder bestimmte Elemente zu entfernen oder Funktionen einzuschränken.
- In Outlook und Outlook im Web lässt sich prüfen, wie viel Speicher belegt ist und welche Ordner wie viel Platz verbrauchen:
- In der neuen Outlook-Version: Einstellungen > Accounts > Storage.
- In Outlook im Web: Einstellungen > Account > Storage.
- Dort können auch automatische Löschaktionen konfiguriert sein (z. B. „alle Elemente älter als 3/6/12 Monate löschen“). Diese Einstellungen sollten für alle produktiv genutzten Ordner geprüft und ggf. deaktiviert werden.
- Gelöschte Elemente und Junk-E-Mail prüfen
- Gelöschte Nachrichten landen standardmäßig im Ordner Deleted Items und zählen weiter zum Speicher, bis dieser Ordner geleert wird.
- Elemente im Ordner Junk werden automatisch nach einer gewissen Zeit gelöscht.
- Wenn Ordner „verschwinden“, sollte zuerst geprüft werden, ob Inhalte in Deleted Items oder Junk verschoben wurden und ob automatische Bereinigungen aktiv sind.
- System- und versteckte Ordner vermeiden
- In Exchange-Umgebungen gibt es Systemordner (z. B. „Files“, „Files1“ usw.), die eigentlich verborgen sein sollten. Wurden dort E-Mails oder Daten abgelegt, können diese Ordner durch Updates wieder ausgeblendet werden, sodass Inhalte scheinbar „verschwinden“.
- In solchen Fällen müssen die Elemente mit Spezialtools (z. B. MFCMAPI) in normale Benutzerordner verschoben werden. Dies sollte durch den IT-Administrator oder den Microsoft-Support erfolgen.
- Best Practices zur Vermeidung von Datenverlust
- Regelmäßig Archivdateien (.pst) oder andere Backups anlegen, insbesondere für Kanzlei-Postfächer.
- Keine produktiven Daten in ungewöhnlichen oder systemnahen Ordnern ablegen.
- Speicherbelegung und automatische Bereinigungsregeln regelmäßig kontrollieren.
- Den Ordner Deleted Items nicht automatisiert leeren, ohne vorherige Sicherung oder Prüfung.
Wenn GMX als Server genutzt wird, sollte zusätzlich im GMX-Webmail geprüft werden, ob dort Aufbewahrungs- oder Löschregeln für IMAP-Ordner aktiv sind, die mit Outlook synchronisiert werden.
References: