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Ist ein Microsoft-Konto nötig?

Anonym
2020-11-24T08:33:10+00:00

Ab diesem dieser Thread.

Die Werbung, die Microsoft mittlerweile mit seinem System vorantreibt bringt leider immer neue Blüten hervor. Während die Anlage eines Microsoft-Kontos für einige noch Vorteile mit sich bringen, ist dies für andere ein absolutes No-Go. Einerseits muss ich mich als Endanwender nicht zur Anlage eines Kontos nötigen lassen, andererseits gibt es auch sicherheitskritische Maschinen die jegliche Onlinebindung schon grundsätzlich untersagen.

Darüber hinaus gibt es auch hardwaretechnische Hindernisse die manche propagierten Dienste unnötig machen (Ein Standard Büro-PC hat kein Mikrofon, wie soll da Cortana zuhören können)

Auch softwaretechnische Konstellationen und Verwendungszwecke verhindern eine sinnvolle Verwendung auf Dauer z.B.:

  • Nutzung als Digital Signage oder Kiosk-System (zeigt Werbung auf Monitoren oder Tafeln im eigenen Unternehmen)
  • Nutzung als Mediencenter (z.B. MediaPortal oder Kodi, die Fernbedienung kann die vorgeschaltete Werbung nicht wegklicken)

Dies verursacht für ein betreuendes Systemhaus Arbeiten und Kosten bei den Kunden die nicht immer klar rechtfertigbar sind.

Auch Windows möchte ein System für alle Geräte sein. Doch gerade bei Tablets mit geringen Speicherverhältnissen sind Vorinstallationen von Spielen und Apps nicht zielführend. Als Beispiele seihen hier Candy Crush, Disney Kingdoms oder Office und OneNote zu nennen. Dies kann bis zur restlosen Verwendung das übrigen Speichers führen und damit zur Unbedienbarkeit des Gerätes. Kein guter Dienst, den ich den Kunden da erbringe. Zwar lassen sich die meisten vorinstallierten Apps deinstallieren, doch kommen häufig mit dem Upgrade zur nächsten halbjährigen Version wieder mit. Solch Verhalten ist weder verständlich noch vermittelbar. Da sich hier der Kunde schon nachweißlich gegen diese Apps entschieden hat.

Sinn und Zweck des Microsoftkontos:

Wer Microsoftdienste umfangreich nutzt bekommt hierdurch ein aufeinander abgestimmtes System aus Betriebssystem, Clouddiensten und immer überall verfügbar. Daten, Arbeitsoberfläche, Kontakte o.ä. sind auf allen vorhandenen Systemen immer nutzbar. Zusätzlich lassen sich die Daten bequem mit Office bearbeiten und anderen Menschen teilen.

Wer hier z.B. klare Grenzen zwischen Arbeit und Privat ziehen will stößt schon an Grenzen. Meine Arbeitsdaten möchte ich nicht mit den privaten vermischen. Eine zweigeteilte Welt sieht Microsoft unter einem Konto nicht vor.

Auch die propagierten Vorteile eines Online-Kontos sind mehr als bedenklich. Z.B. bei einer Neuinstallation wird angeboten das Gerät finden zu lassen. Vielleicht bei Tablet und Laptop noch sinnvoll, da mobil. Bei einem Fest-PC ehr lächerlich. Auch dass ein Kennwort bei einem Cloudbasierten Konto besser aufgehoben ist, ist bedenklich. Einerseits sollten Kennwörter immer geheim sein. Anderseits nimmt sich die amerikanische Regierung das Recht heraus auf Daten von nicht US-Bürgern zu zugreifen und dass mit nicht gerade hohen Hürden oder auch illegalerweise, wie dies durch diverse Wistleblower schon bekannt wurde.

Fest installierte Anwendungen (wo ist der systemnötige Sinn?):

Hier nur die Beispiele Karten und Kamera stellvertretend für einige andere auch

  • Karten - Eine sinnlose App für Büro-PC's, die nicht unterwegs sind. Sie brauchen weder Navigation noch Kartendienste. Einzig die Vorbereitung auf eine Reise kann noch als sinnvolle Anwendung herhalten. Dies wird jedoch durch die allerseits vorhandenen Navisysteme im Auto auch minimiert.
  • Kamera - Vollkommen sinnlos auf PC's ohne Webkamera - Und auf PC's mit Webkamera ist diese so funktionsarm, dass jeder andere Software hier mehr bietet.

Auch die verschachtelten Einstellungsmöglichkeiten zur Abwahl der zuvor genannten Werbeelemente ist unbefriedigend. Einerseits werden diese teilweise nach einem Upgrade wieder auf Microsoftfreundliche Werte zurückgestellt oder neue eingeführt, welche dann wieder eine Suche der neuen Einstellung nötig macht. Zusätzlich lassen sich manche Dinge über die GUI gar nicht abschalten. Hier muss die Registry herhalten.

Microsoft hat in Europa nicht das erste Mal Strafe gezahlt wegen Eigenwerbung in einer marktbeherrschenden Position. Zumal mit der Abkündigung des Privacy Shields viele Programme und Dienste für Behörden und Firmen immer schwerer im Einklang mit den europäischen Datenschutzgesetzen vereinbar sind.

Die Zeit wird zeigen, ob sich dies wiederholt.

Versteht mich nicht falsch. Dies soll kein Beitrag zum Bashing von Microsoft werden. Microsoft schafft klasse Software die nicht umsonst branchenführend ist. Auch ich nutze viele Dienste von Microsoft, habe ein Microsoft-Konto und nutze Office 365 mit OneDrive. Doch sollten neue Kunden durch bessere Produkte gewonnen werden und nicht durch fragwürdige Werbepraktiken. Zumal es sich bei Windows nicht um eine kostenlose Software, sondern um Kaufsoftware handelt (sei es direkt oder beim Kauf eines Endgerätes). Ich hoffe dass Microsoft hier sein Handeln ändert und wieder mehr Kraft in die Entwicklung guter Produkte investiert.

PS: Der Hinweis meines Vorredners, dass alle anderen Systeme auch eine Anmeldung verlangen empfinde ich als Farce und teilweise auch unrichtig. Bei MacOS und Linux sind Anmeldungen nicht nötig um den Betrieb des Systems zu gewährleisten. Auch hier gibt es natürlich Einschränkungen, wenn ich die Online-Dienste nicht nutze (z.B. keine Geräteübergreifende Synchronisation). Jedoch propagiert keines dieser Systeme so stark die eigenen Dienste mit Zwang zur Anmeldung. Anders übrigens bei den Smartphonesystemen iOS oder Android. Hier ist ohne Online-Konto keine Programminstallation möglich oder nur wesentlich erschwert möglich. Aber wir sprechen hier von einem Desktopsystem und nicht von Windows Phone (was es ja nicht mehr gibt). Einzig Chromebooks verlangen zwingend eine Anmeldung, wozu sich systembedingt der Anwender jedoch schon beim Kauf entschieden hat.

Windows für Zuhause | Windows 10 | Windows Hello, Sperrbildschirm und Anmeldung

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  1. Anonym
    2020-11-24T10:01:38+00:00

    Ok das wußte ich nicht. Das dies bei Apple mittlerweile auch so ist, war mir unbekannt. Da ich jedoch selbst keine Apple-Software- und hardware einsetze sei mir dieser Fehler verziehen.

    Allerdings macht dies das eigene Handeln nicht besser. Kein Mensch springt in den reißenden Fluss, nur weil es anderer zuvor auch getan hat.

    Es ist richtig, dass für kostenlose Software und allgemeine Updates kein Microsoft-Konto nötig ist. Dies wurde jedoch auch nie behauptet. Das Microsoft ein Konto verlangt, sobald dabei Kosten entstehen oder FSK18-Titel geladen werden ist selbstverständlich und auch zum Schutz von Kinder und Jugentlichen sinnvoll. Allerdings ging es im Starter-Post auch nie darum, dass Microsoft für Basisdienste ein Konto voraussetzt.

    Erstens wurde hier hauptsächlich auf die ungewünschte Werbung, die sich teilweise auch nicht oder nur mit hohen Hürden abstellen läßt eingegangen und außerdem ist der Zwang zum Onlinekonto nie behauptet worden, sondern nur der unerwünscht häufige Hinweis darauf.

    Darüber hinaus ist noch auf unzählige andere Dinge eingegangen worden, die sich im Posttitel nicht widerspiegeln. z.B. die Vorinstalltion von Microsoftfremder Software, die auch nach Upgrades gerne immer wieder kommt, oder die Kamera-App bei nicht vorhandener Webcam. Dies alles hat mit der Notwendigkeit eines Microsoftkontos nichts zu tun, was im übrigen auch nie behauptet wurde.

    Microsoft hat schon einige Rekordstrafen gezahlt für die Aunutzung seiner marktbeherrschenden Stellung. Sei es wegen den überhöhten Kosten für die Bereitstellung von Schnittstellen, der Verträngung von anderen Browsern oder spezielle Anpassungen an medienlosen Windowsversionen.

    Wenn Microsoft dieses Verhalten weiter forciert, sehe ich die nächste Strafe auf den Konzern zukommen, auch wenn es vielleicht noch ein paar Jahre dauern wird.

    Was dabei leider vergessen wird, ist der Kunde, der Microsoft bezahlt. Dieser muss sich zwecks technischer Kompatibilität mit Microsoft-Software auseinander setzen um Kommunikation und Austausch mit der breiten Masse zu gewährleisten, bzw. das Nichtvorhanden Sein von Software auf anderen Plattformen hinnehmen.

    Doch Windows 10 hat auch viele gute Features und Verbesserungen mit sich gebracht. Hyper-V, Powershell welche den Namen Shell verdient, Ein Sicherheitscenter und Defender der auf Augenhöhe mit der Konkurrenz steht. Aber auch die offene Kommunikation mit fremden Welten, Windows-Terminal vereint auch betriebsystemfremde Shells. Oder WSL, welches die native Unterstützung von Linux möglich macht. Ich freue mich schon auf die GUI-Integration.

    Dies alles macht Microsoft zu Recht zum Marktführer. Gerade deswegen, muss sich Microsoft seiner Verantwortung bewußt sein mit Windows eine Plattform auch für Kokurrenten darzustellen. Und die Vielfalt nicht mit unlauteren Mechaniken auszudünnen. Das beste Produkt sollte gewinnnen, nicht die aggresivste Marketingabteilung.

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  2. Anonym
    2020-11-25T10:00:35+00:00

    Hallo Ingo Böttcher,

    ich möche gerade vermeiden, dass es als Bashing rüberkommt. Falls dies so war, möchte ich mich hier davon distanzieren.

    Natürlich muss Microsoft als Wirtschaftsunternehmen Geld verdienen. Microsoft ist keine Community, welche Open Source Software entwickelt (zumindest nicht als Basisgeschäft) und seine Entwicklungen, Programme und Dienste kostenlos der Welt bereitstellt. Dennoch sollte hier schon beachtet werden, dass es sich bei Windows nicht um ein kostenfreies Produkt handelt. Wenn ich einen kostenlosen Virenschutz einsetze ist es aus wirtschatlicher Sicht verständlich, dass der Hersteller mit Werbung Hinweise auf seine bezahlten Produkte macht. Auch viele Open Source oder Freeware-Entwickler finanzieren sich damit, dass eigene oder fremde Werbung angezeigt wird. Bei den Bezahlversionen ist diese jedoch dann entfernt und häufig auch noch ein paar Features mehr vorhanden oder Limitierungen der kostenlosen Versionen entfernt.

    Bei Windows handelt es sich jedoch bereits um ein bezahltes Produkt, sei es im Direktkauf oder vorinstalliert auf Hardware.

    Dies hinterlässt zumindest einen faden Beigeschmack.

    In Bezug auf "Nur-Store-Links" ist dies z.B. bei Candy Crush, Disney Kingdoms oder Xing nicht der Fall. Diese sind lokal mit teilweise mehrern hundert MB installiert. Ebenso kommen diese auch teilweise mit jedem Upgrade wieder neu hinzu. Zuletzt aufgefallen war dies einem Kunden von mir, der ein 64GB Tablet einsetzt und das neues Upgrade nicht runtergeladen werden konnte, da das System zu voll war. Installiert war ein blankes Windows mit Office 365. Nach der Deinstallation von diversen Beigaben hat es funktioniert (PS: Daten sprichert der Kunde ausschließlich in der Cloud)

    Meine persönliche Intension für meinen Beitrag ist die unregelmäßig auftauchende Meldung "Ziehen Sie einen noch größeren Nutzen aus Windows", was eine Aneinanderreihung von Microsoftkonto, Hello, OneDrive und Office 365 ist. Die Meldung kommt schätzungsweise seit 1803 und lässt sich bisher mit keiner Einstellung oder Registry-Eintrag unterbinden. Während mich die Meldung auf einen Arbeitsplatz-PC nur kurz unterbricht und mit einem Klick wieder weg ist, muss ich bei dem betroffenen System Tastatur oder Maus anschließen um die Meldung zu überspringen, da der verwendete PC als HTPC nur mit Fernbedienung agiert. Bei Systemen die headless (mit Monitor) fungieren, unterbrechen diese Dinge im Zweifelsfall die Arbeit komplett. Natürlich ist der Hinweis auf PC, welche im Firmenumfeld in einer Domäne existieren nicht vorhanden. Jedoch betreibt auch nicht jeder kleine Laden einen Server aus Kostengründen.

    Gerne bin ich ganz Ohr, wie man diese Meldungen dauerhaft deaktivieren kann. Sei es als Einstellung, Registryeintrag oder Gruppenrichtlinien-Einstellung

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  3. Ingo Böttcher 158.1K Zuverlässigkeitspunkte
    2020-11-24T18:07:24+00:00

    Dein Rundumschlag umfasst jetzt so viele verschiedene Punkte, dass es schwierig ist, da auf alles einzeln einzugehen. 

    Vieles davon klingt zwar nicht nach "Bashing" aber schon so, als wolltest du dich aufregen. Die Kamera App ist installiert, obwohl keine Kamera da ist? Cortana ist vorhanden, auch wenn der PC kein Mikro hat? Die Karten-App, obwohl du persönlich sie nicht brauchst? Und die PC-Suche, obwohl der PC nicht bewegt wird? Echt jetzt? 

    "Windows Fax- und Scan" ist je nach Windows-Version auch installiert, obwohl kaum jemand faxt. Das sind halt Grundkomponenten, die man im Paket hat und dem Nutzer anbietet. Ob er sie braucht bzw. nutzen kann, weiß man an der Stelle doch gar nicht. OneNote ist installiert? Ja klasse, ist ein Tool, mit dem viele arbeiten. Ein paar Spiele werden auf Windows 10 Home auch mit ins Menü gepackt, meist nur als Store-Links? Ja Himmel, dann entfernt man die halt. Microsoft will und muss nun einmal Geld verdienen. 

    Einerseits schreibst du von Digital-Signage und sicherheitskritischen Umgebungen ohne Onlinezugriff, andererseits von "Werbung" und Anmeldeseiten, die ohne Onlinezugang eh nicht erscheinen. Wenn man ein System im beruflichen Umfeld einsetzt, wird das normalerweise eh entsprechend vorkonfiguriert. Und dann kommen keine plötzlichen Anmeldefenster, ansonsten hat der Admin was falsch gemacht.

    Trennung zwischen privat und Arbeit in einem Konto? Nee, normalerweise haben berufliche Daten gar nicht erst etwas auf privaten Geräten verloren. Das innerhalb eines Kontos zu trennen, ist also schon ziemlich witzlos. Zur Not trennt man da in unterschiedliche Benutzerkonten, normalerweise verwendet man schlicht getrennte Geräte. User, die hier mit einem privaten Gerät ankommen, bekommen im freundlichsten Fall ein sehr deutliches Kopfschütteln. 

    Grad "Werbung" klingt immer so, als würden einem überall Banner und Hinweise entgegenspringen und alle 15 Minuten ist für fünf Minuten Werbepause, in der man nicht arbeiten kann. Egal wie klein oder zurückhaltend irgendwelche Hinweise auf neue Produkte oder Funktionen sind, irgendjemand wird trotzdem wieder losrennen und "Werbung, Werbung!!!!" brüllen. Ja, das System weist manchmal drauf hin, dass es noch Produkte des selben Herstellers gibt, die man ggfs. noch nicht nutzt. 

    Es gibt ja genügend Kritikpunkte und manches davon ist Microsoft auch mal angegangen, manches ist prinzipbedingt und manches muss Microsoft noch lernen. Aber so eine Generalabrechnung ist dann halt doch etwas schwierig. 

    Daher nur noch eine technische Sache: das Kennwort vom Konto weiß Microsoft selber nicht. Die Kennwörter werden nicht irgendwo im Klartext gespeichert. Das Kennwort bleibt also geheim, auch wenn du es zur Anmeldung bei einem Dienst nutzt, dessen Anmeldeserver irgendwo über die Welt verteilt sind.

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  4. Anonym
    2020-11-24T08:56:10+00:00

    Habe letztens für eine Freundin ein Update (GarageBand) für ein MacBook Air Late 2013 durchführen müssen. Das Update wird nur über den Store angeboten und ausschließlich mit Apple-ID - es war eine Sisyphos-Arbeit, die Apple-ID von ihr zu finden. Für den Microsoft Store benötigst Du kein Microsoft-Konto, ausgenommen Bezahl-Software und >18J.

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  5. Anonym
    2020-11-24T08:34:32+00:00

    Da dein Posting der Problemlösung nichts beiträgt, habe ich den vom Thread getrennt und daraus eine Diskussion gemacht.

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