Ab diesem dieser Thread.
Die Werbung, die Microsoft mittlerweile mit seinem System vorantreibt bringt leider immer neue Blüten hervor. Während die Anlage eines Microsoft-Kontos für einige noch Vorteile mit sich bringen, ist dies für andere ein absolutes No-Go. Einerseits muss ich
mich als Endanwender nicht zur Anlage eines Kontos nötigen lassen, andererseits gibt es auch sicherheitskritische Maschinen die jegliche Onlinebindung schon grundsätzlich untersagen.
Darüber hinaus gibt es auch hardwaretechnische Hindernisse die manche propagierten Dienste unnötig machen (Ein Standard Büro-PC hat kein Mikrofon, wie soll da Cortana zuhören können)
Auch softwaretechnische Konstellationen und Verwendungszwecke verhindern eine sinnvolle Verwendung auf Dauer z.B.:
- Nutzung als Digital Signage oder Kiosk-System (zeigt Werbung auf Monitoren oder Tafeln im eigenen Unternehmen)
- Nutzung als Mediencenter (z.B. MediaPortal oder Kodi, die Fernbedienung kann die vorgeschaltete Werbung nicht wegklicken)
Dies verursacht für ein betreuendes Systemhaus Arbeiten und Kosten bei den Kunden die nicht immer klar rechtfertigbar sind.
Auch Windows möchte ein System für alle Geräte sein. Doch gerade bei Tablets mit geringen Speicherverhältnissen sind Vorinstallationen von Spielen und Apps nicht zielführend. Als Beispiele seihen hier Candy Crush, Disney Kingdoms oder Office und OneNote
zu nennen. Dies kann bis zur restlosen Verwendung das übrigen Speichers führen und damit zur Unbedienbarkeit des Gerätes. Kein guter Dienst, den ich den Kunden da erbringe. Zwar lassen sich die meisten vorinstallierten Apps deinstallieren, doch kommen häufig
mit dem Upgrade zur nächsten halbjährigen Version wieder mit. Solch Verhalten ist weder verständlich noch vermittelbar. Da sich hier der Kunde schon nachweißlich gegen diese Apps entschieden hat.
Sinn und Zweck des Microsoftkontos:
Wer Microsoftdienste umfangreich nutzt bekommt hierdurch ein aufeinander abgestimmtes System aus Betriebssystem, Clouddiensten und immer überall verfügbar. Daten, Arbeitsoberfläche, Kontakte o.ä. sind auf allen vorhandenen Systemen immer nutzbar. Zusätzlich
lassen sich die Daten bequem mit Office bearbeiten und anderen Menschen teilen.
Wer hier z.B. klare Grenzen zwischen Arbeit und Privat ziehen will stößt schon an Grenzen. Meine Arbeitsdaten möchte ich nicht mit den privaten vermischen. Eine zweigeteilte Welt sieht Microsoft unter einem Konto nicht vor.
Auch die propagierten Vorteile eines Online-Kontos sind mehr als bedenklich. Z.B. bei einer Neuinstallation wird angeboten das Gerät finden zu lassen. Vielleicht bei Tablet und Laptop noch sinnvoll, da mobil. Bei einem Fest-PC ehr lächerlich. Auch dass ein
Kennwort bei einem Cloudbasierten Konto besser aufgehoben ist, ist bedenklich. Einerseits sollten Kennwörter immer geheim sein. Anderseits nimmt sich die amerikanische Regierung das Recht heraus auf Daten von nicht US-Bürgern zu zugreifen und dass mit nicht
gerade hohen Hürden oder auch illegalerweise, wie dies durch diverse Wistleblower schon bekannt wurde.
Fest installierte Anwendungen (wo ist der systemnötige Sinn?):
Hier nur die Beispiele Karten und Kamera stellvertretend für einige andere auch
- Karten - Eine sinnlose App für Büro-PC's, die nicht unterwegs sind. Sie brauchen weder Navigation noch Kartendienste. Einzig die Vorbereitung auf eine Reise kann noch als sinnvolle Anwendung herhalten. Dies wird jedoch durch die allerseits vorhandenen
Navisysteme im Auto auch minimiert.
- Kamera - Vollkommen sinnlos auf PC's ohne Webkamera - Und auf PC's mit Webkamera ist diese so funktionsarm, dass jeder andere Software hier mehr bietet.
Auch die verschachtelten Einstellungsmöglichkeiten zur Abwahl der zuvor genannten Werbeelemente ist unbefriedigend. Einerseits werden diese teilweise nach einem Upgrade wieder auf Microsoftfreundliche Werte zurückgestellt oder neue eingeführt, welche dann
wieder eine Suche der neuen Einstellung nötig macht. Zusätzlich lassen sich manche Dinge über die GUI gar nicht abschalten. Hier muss die Registry herhalten.
Microsoft hat in Europa nicht das erste Mal Strafe gezahlt wegen Eigenwerbung in einer marktbeherrschenden Position. Zumal mit der Abkündigung des Privacy Shields viele Programme und Dienste für Behörden und Firmen immer schwerer im Einklang mit den europäischen
Datenschutzgesetzen vereinbar sind.
Die Zeit wird zeigen, ob sich dies wiederholt.
Versteht mich nicht falsch. Dies soll kein Beitrag zum Bashing von Microsoft werden. Microsoft schafft klasse Software die nicht umsonst branchenführend ist. Auch ich nutze viele Dienste von Microsoft, habe ein Microsoft-Konto und nutze Office 365 mit OneDrive.
Doch sollten neue Kunden durch bessere Produkte gewonnen werden und nicht durch fragwürdige Werbepraktiken. Zumal es sich bei Windows nicht um eine kostenlose Software, sondern um Kaufsoftware handelt (sei es direkt oder beim Kauf eines Endgerätes). Ich hoffe
dass Microsoft hier sein Handeln ändert und wieder mehr Kraft in die Entwicklung guter Produkte investiert.
PS: Der Hinweis meines Vorredners, dass alle anderen Systeme auch eine Anmeldung verlangen empfinde ich als Farce und teilweise auch unrichtig. Bei MacOS und Linux sind Anmeldungen nicht nötig um den Betrieb des Systems zu gewährleisten. Auch hier gibt es
natürlich Einschränkungen, wenn ich die Online-Dienste nicht nutze (z.B. keine Geräteübergreifende Synchronisation). Jedoch propagiert keines dieser Systeme so stark die eigenen Dienste mit Zwang zur Anmeldung. Anders übrigens bei den Smartphonesystemen iOS
oder Android. Hier ist ohne Online-Konto keine Programminstallation möglich oder nur wesentlich erschwert möglich. Aber wir sprechen hier von einem Desktopsystem und nicht von Windows Phone (was es ja nicht mehr gibt). Einzig Chromebooks verlangen zwingend
eine Anmeldung, wozu sich systembedingt der Anwender jedoch schon beim Kauf entschieden hat.