Freigeben über


Übersicht über die Setuparchitektur von Office 2013

 

Gilt für: Office 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-12-16

Zusammenfassung: Hier finden Sie Informationen zur Windows Installer-basierten Office 2013-Setuparchitektur.

Zielgruppe: IT-Spezialisten

Die Setuparchitektur in Office 2013, die in Microsoft Office 2007 eingeführt wurde, optimiert sämtliche Aspekte der Installation, Anpassung und Verwaltung von Office.

Das Setupprogramm dient zur Vereinheitlichung und Verwaltung des gesamten Installationsprozesses. Dies umfasst die Anpassung der Office-Konfiguration der Benutzer, die gleichzeitige Bereitstellung mehrerer Sprachen und das Einspielen von Softwareupdates in neue Installationen. Dieser Artikel enthält eine Übersicht über die Setuparchitektur, die Ereignisabfolge beim Setup, den sprachneutralen Entwurf und die Bereitstellung mehrerer Sprachen, Anpassungsmethoden, die erforderliche lokale Installationsquelle und den Updateprozess.

Die Setuparchitektur hilft Administratoren bei der effizienteren Verwaltung der folgenden Aufgaben:

  • Bereitstellungsprozess, damit Office in der jeweiligen Umgebung so effizient wie möglich installiert wird.

  • Anpassung von Office, damit die Benutzer auf ihren Computern eine optimale Konfiguration erhalten.

  • Bereitstellung sprachspezifischer Features für Benutzer, die sich in internationalen Niederlassungen befinden.

  • Bereitstellung von Office, damit künftige Wartungsvorgänge, z. B. Softwareupdates, so effizient wie möglich erfolgen.

In Versionen von Office vor Office 2007 war ein einzelnes Office-Produkt wie Microsoft Office Standard in einer einzelnen Windows Installer-Datei (MSI) enthalten. Eine MSI-Datei ist eine relationale Datenbank, die Windows Installer zum Installieren eines Produkts nutzt. Ab Office 2007 und Office 2010 bestehen die Office 2013-Produkte aus mehreren MSI-Dateien, wobei keine MSI-Datei ein vollständiges Produkt darstellt. Ein sprachneutrales Kernpaket (MSI-Datei) wird zum Bilden eines vollständigen Produkts mit ein oder mehreren sprachspezifischen Paketen kombiniert. Ein Office-Produkt wie Office Professional Plus 2013 besteht aus dem Kernpaket und mindestens einem sprachspezifischen Paket. Setup setzt die einzelnen Pakete zusammen, sorgt für eine reibungslose Installation und führt Anpassungs- und Wartungsarbeiten während und nach der Installation von Office auf den Computern der Benutzer durch.

Office 2010 bietet systemeigene 64-Bit-Versionen von Office-Produkten zur Unterstützung von 64-Bit-Prozessoren, die sich zum Standard für Systeme von Servern bis hin zu Desktopcomputern entwickeln. Office 2013 unterstützt auch 32-Bit-Office 2013-Anwendungen, die unter 64-Bit-Windows-Betriebssystemen ausgeführt werden, mithilfe von Windows-32-on-Windows-64 (WOW64). WOW64 ist der x86-Emulator, der die reibungslose Ausführung von 32-Bit-Windows-Anwendungen unter 64-Bit-Windows zulässt. Office 2013 ermöglicht Benutzern das Verwenden vorhandener Office-Add-Ons anderer Anbieter, die zumeist 32-Bit-basiert sind, da für viele Add-Ons keine 64-Bit-Versionen vorhanden sind. Das Bereitstellen von Unterstützung für 32-Bit-Office 2013 unter 64-Bit-Betriebssystemen verhindert das Blockieren von 32-Bit-Add-Ons. Weitere Informationen zu 64-Bit-Editionen von Office 2013 finden Sie unter 64-Bit-Editionen von Office 2013.

Inhalt dieses Artikels:

  • Setupvorgang

  • Sprachneutraler Entwurf

  • Optimiertes Anpassungsmodell

  • Erforderliche lokale Installationsquelle

  • Konsolidierter Aktualisierungsvorgang

Setupvorgang

Der erste Schritt bei der Installation von Office in einem Unternehmen ist zumeist das Erstellen eines Netzwerkinstallationspfads, wozu lediglich alle Dateien und Ordner von der Office-Produkt-CD an einen freigegebenen Netzwerkspeicherort kopiert werden müssen. Der Netzwerkinstallationspfad muss zumindest das sprachneutrale Kernpaket sowie sprachspezifische Ordner für die jeweiligen Sprachen enthalten. Dieser Netzwerkinstallationspfad dient als Ausgangsquelle für alle Benutzer, die Office installieren.

Im einfachsten Szenario wird ein Office-Produkt über den Netzwerkinstallationspfad mit einer Sprachversion und einem einzelnen Satz von Anpassungen für alle Benutzer bereitgestellt. Setup verarbeitet dieses Szenario automatisch. Wenn Sie mehrere Produkte oder Sprachen bereitstellen, können Sie sie demselben Netzwerkinstallationspfad hinzufügen und exakt angeben, welche Produkte und Sprachen in der Installation enthalten sein sollen. In allen diesen Szenarien führt Setup dieselben Tasks aus, um die gewünschten MSI-Dateisätze zusammenzuführen und die Installation fertig zu stellen.

Tipp

Unter Office 2013 ist es nicht zulässig, einen administrativen Netzwerkinstallationspfad zu erstellen, indem Setup mit dem Befehlszeilenparameter /a ausgeführt wird, um komprimierte Quelldateien zu extrahieren, was in Office-Versionen vor 2007 Office System möglich war. Alle Installationen erfolgen nun auf Basis der komprimierten Quelle.

Einrichten der Ereignisabfolge

Die grundlegende Ereignisabfolge beim Setup ist wie folgt und gilt für sämtliche Bereitstellungsszenarien:

  1. Setup ausführen

  2. Voraussetzungen überprüfen

  3. XML-Daten auslesen

  4. Featurestruktur erstellen

  5. Lokale Installationsquelle auf dem Computer des Benutzers erstellen

  6. Office installieren

  7. Anpassungsdatei anwenden

  8. Softwareupdates einspielen

Ausführen von Setup

Setup.exe ist das Programm, das sämtliche Abläufe beim Installationsvorgang einleitet und sich im Stamm des Netzwerkinstallationspfads befindet. Für jedes Office-Produkt, das Sie installieren, muss Setup einmal ausgeführt werden. Bei seiner Ausführung durchsucht Setup den Netzwerkinstallationspfad nach einem zu installierenden Office-Produkt. Wenn der Installationspfad mehrere Office-Produkte enthält, hat der Benutzer die Möglichkeit, die zu installierenden Produkte auszuwählen.

Sie können den Auswahlprozess umgehen und das zu installierende Office-Produkt bestimmen, indem Sie Setup.exe auf die Datei Config.xml in einem Kernproduktordner verweisen. Wenn Sie beispielsweise Office Professional Plus 2013 installieren möchten, können Sie die folgende Befehlszeile verwenden:

\\server\share\Office15ProPlus\setup.exe /config \\server\share \Office15ProPlus\Pro.WW\Config.xml

Dabei ist Office15ProPlus der Stamm des Netzwerkinstallationspfads.

In Office-Versionen vor Office 2007 rief Setup.exe für die Installation von Office Windows Installer (Msiexec.exe) auf. Wenngleich Setup weiterhin Windows Installer verwendet, umgeht Setup das ausführbare Windows Installer-Programm. Office 2013 (oder Office 2007 oder Office 2010) kann nicht mit Msiexec.exe über die Befehlszeile installiert werden.

Tipp

Diese Version von Setup.exe erkennt nur wenige Befehlszeilenparameter.

Überprüfen der Voraussetzungen

Nach dem Start überprüft Setup mehrere Installationsvoraussetzungen. Dazu zählen die Mindestvoraussetzungen für das Betriebssystem und administrative Berechtigungen. Für die Installation von Office muss ein Benutzer Administrator auf dem Clientcomputer sein oder ein Programm wie Microsoft System Center 2012 Configuration Manager zum Ausführen der Installation mit erhöhten Berechtigungen verwenden.

Wenn Sie Setup.exe im Ordner x64 ausführen, prüft Setup, ob 32-Bit-Office-Anwendungen installiert sind. Falls 32-Bit-Office-Anwendungen vorhanden sind, zeigt Setup eine Fehlermeldung an, die Benutzer informiert, dass sie zuerst Alle 32-Bit-Versionen Office-Anwendungen deinstallieren müssen, wenn Sie die Installation der 64-Bit-Edition von Office 2013 fortsetzen möchten. In der Meldung werden die installierten 32-Bit-Office-Anwendungen aufgelistet. Wenn Setup keine 32-Bit-Office-Anwendungen erkennt, wird die 64-Bit-Edition von Office 2013 installiert.

Wenn Sie Setup.exe im Ordner x32 ausführen, prüft Setup, ob 64-Bit-Office 2013-Anwendungen installiert sind. Falls Setup 64-Bit-Office 2013-Anwendungen erkennt, wird eine Fehlermeldung eingeblendet und Setup blockiert. Erkennt Setup keine 64-Bit-Office 2013-Anwendungen, wird die 32-Bit-Edition von Office 2013 installiert.

Tipp

Um Office auf Computern zu installieren, für die Benutzer keine Administratorberechtigungen besitzen, müssen Sie Setup in einem Kontext ausführen, der Administratorberechtigungen bereitstellt. Nachdem Office installiert ist, können Benutzer ohne Administratorberechtigungen alle installierten Features ausführen und Features bei Bedarf installieren.
In Organisationen, in denen Benutzer keine Administratorberechtigungen für ihre Computer besitzen, haben Administratoren die folgenden Möglichkeiten, dem Office-Setupprogramm die entsprechenden Berechtigungen bereitzustellen:

  • Anmelden am Computer als Administrator und Installieren von Office 2013

  • Verwenden eines Softwareverwaltungsprogramms wie Microsoft Systems Management Server oder System Center 2012 Configuration Manager

  • Bereitstellen von Office 2013 auf Computern mithilfe von Gruppenrichtlinienskripts zum Starten des Computers

Auslesen von XML-Daten

Setup sammelt Informationen zu jedem Paket unter dem Installationspfad, erfasst Standardeinstellungen für die Installation und integriert angegebene Anpassungen. Alle diese Informationen werden in Form von XML-Daten aus mehreren Quellen ausgelesen:

  • Die Dateien "Setup.xml" und "Paket.xml" für jedes Paket   Jeder Ordner unter dem Installationspfad (sowohl der Ordner für das sprachneutrale Kernpaket als auch der Ordner für jedes sprachspezifische Paket) enthält eine Datei Setup.xml und eine Datei vom Typ Paket.xml (z. B. ProPlusWW.xml für Office Professional Plus 2013). Anhand der Informationen in diesen Dateien kann Setup Folgendes:

    • Ein Produkt und die für dieses Produkt verfügbaren Sprachen bestimmen

    • Sprachneutrale und sprachspezifische Elemente zusammenführen, um vollständige Features einzurichten

    • Eine konsolidierte Featurestruktur errichten

    • Die Gruppe von MSI-Dateien erfassen, die für die Installation erforderlich ist

    Tipp

    Die Dateien Setup.xml und Paket.xml sind signiert und können nicht geändert werden. Werden sie geändert, kann Setup nicht ausgeführt werden.

  • Setupanpassungsdatei   Setup bestimmt frühzeitig während des Installationsvorgangs, ob Sie für das Produkt, das installiert wird, eine Setupanpassungsdatei (MSP-Datei) angegeben haben. Eine Setupanpassungsdatei mit der Erweiterung MSP wird erstellt, wenn Administratoren mithilfe des Office-Anpassungstools eine Installation von Office 2013 anpassen. Das Office-Anpassungstool (OAT) ist Teil des Setupprogramms und wird für die meisten Anpassungen empfohlen. Die Anpassungsdatei enthält alle für eine Installation angegebenen Änderungen. Dazu zählen Anpassungen, die den Installationsvorgang steuern.

    Das OAT ist für Volumenlizenzversionen von Office 2013, Office 2010 und Office 2007 verfügbar. Wenn Sie herausfinden möchten, ob es sich bei Ihrer Installation von Office 2013 um eine Volumenlizenzversion handelt, überprüfen Sie, ob auf dem Office 2013-Installationsdatenträger der Ordner Admin vorhanden ist. Falls ja, handelt es sich bei dem Installationsdatenträger um eine Volumenlizenzversion und andernfalls um eine herkömmliche Version.

    Wenn in der Befehlszeile oder Datei Config.xml keine Anpassungsdatei angegeben ist, durchsucht Setup den standardmäßig im Installationspfad vorhandenen Ordner Updates auf eine spezifische Anpassungsdatei für das zu installierende Produkt. In den meisten Fällen ist dies der empfohlene Speicherort von sowohl einer Setupanpassungsdatei (MSP-Datei) als auch Softwareupdates für alle im Installationspfad vorhandenen Office-Produkte.

    Wichtig

    Wenn Sie mehrere Setupanpassungsdateien (MSP-Dateien) bereitstellen möchten, können Sie bei einer Erstinstallation für jedes Office 2013-Produkt, das Sie installieren, nur eine MSP-Anpassungsdatei im Ordner Updates platzieren. Nur eine Setupanpassungsdatei (Patch) wird im Ordner Updates für jedes Office 2013-Produkt, das Sie installieren, unterstützt. Die restlichen MSP-Anpassungsdateien für ein Produkt müssen Sie nach Abschluss der ersten Office-Installation bereitstellen.
    Wenn Sie mehrere Office 2013-Produkte bereitstellen, wie z. B. Office Professional Plus 2013 und Visio Professional 2013, können Sie nur eine MSP-Anpassungsdatei für Office Professional Plus 2013 und eine MSP-Anpassungsdatei für Visio Professional 2013 im Ordner Updates verwenden. Die MSP-Anpassungsdateien, die Sie im Ordner Updates platzieren, werden zuerst bereitgestellt. Sie müssen deshalb alle Setupanpassungen enthalten, die nach der Installation nicht geändert werden können, wie z. B. der Installationsspeicherort.
    Wenn Sie eine Erstinstallation von Office 2013 bereitstellen und Sie auch Office 2013-Softwareupdates, wie z. B. Service Packs und Hotfixes, bereitstellen möchten, können diese im Rahmen der Installation angewendet werden. Die Produktupdates für Office 2013 können im Ordner Updates platziert werden. In Szenarien wie diesem, bei dem der Ordner Updates sowohl eine Setupanpassungsdatei (MSP) als auch Produktupdates enthält, wird nur die Setupanpassungsdatei während der Erstinstallation angewendet. Die Produktupdates werden nach Abschluss der Installation eingespielt.

    Setup verwendet an die Anpassungsdatei angefügte XML-Daten zum Bestimmen der Installation des Produkts. Beispielsweise wird anhand dieser Daten festgestellt, ob die Installation im unbeaufsichtigten Modus erfolgen soll und welche Features in der Featurestruktur angezeigt werden sollen. Einstellungen in einer Anpassungsdatei überschreiben Standardeinstellungen in den Dateien Setup.xml und Paket.xml.

    Weitere Informationen zu Setupanpassungsdateien finden Sie unter Optimiertes Anpassungsmodell. Weitere Informationen zum Office-Anpassungstool finden Sie unter Referenz für Office-Anpassungstool (OAT) in Office 2013.

  • Datei "Config.xml"   Jeder Kernproduktordner enthält die Datei Config.xml, die Setup anweist, das jeweilige Produkt zu installieren. Zur Anpassung des Installationsvorgangs können Sie Config.xml bearbeiten. Sie können beispielsweise Elemente in Config.xml verwenden, um anzugeben, welche Produkte oder Sprachen in die Installation einbezogen werden sollen. Einstellungen in Config.xml haben Vorrang vor Einstellungen in einer Anpassungsdatei und vor Standardeinstellungen in den Dateien Setup.xml und Paket.xml.

    Weitere Informationen zur Verwendung und Bearbeitung der Datei Config.xml finden Sie unter Referenz zur Datei "Config.xml" für Office 2013.

Erstellen der Featurestruktur

Setup nutzt die in den XML-Dateien enthaltenen Informationen zum Erstellen einer einzelnen Featurestruktur mit allen verfügbaren Anwendungen und Features im Produkt. Sie können die Featurestruktur anzeigen und mithilfe des Office-Anpassungstools angeben, welche Anwendungen und Features auf den Computern der Benutzer installiert werden sollen. Wenn Sie Benutzer Setup interaktiv ausführen lassen, können sie die Featurestruktur, die Ihre Änderungen enthält, auf der Benutzeroberfläche von Setup anzeigen.

Erstellen einer lokalen Installationsquelle auf dem Computer des Benutzers

Setup ruft das Programm Office Source Engine (Ose.exe) auf, um auf dem Computer des Benutzers eine erforderliche lokale Installationsquelle zu erstellen. Hierzu kopiert Setup Dateien aus dem Installationspfad in einen ausgeblendeten Ordner auf dem Computer des Benutzers. Der Standardspeicherort ist \MSOCache\All Users im Stamm des Laufwerks, auf dem Office installiert ist. Später verwendet Setup Windows Installer zum Installieren von Office mithilfe dieser lokalen Installationsquelle.

Die lokale Installationsquelle bietet mehrere wichtige Vorzüge:

  • Nach der Installation von Office kann Setup Office-Features mithilfe der lokalen Quelle reparieren, neu installieren oder hinzufügen.

  • Benutzer, die Softwareupdates einspielen, werden mit weitaus geringerer Wahrscheinlichkeit aufgefordert, eine Netzwerk- oder CD-Quelle anzugeben, da eine Installationsquelle lokal verfügbar ist.

  • Sie können die lokale Installationsquelle im Vorfeld bereitstellen und die Installation von Office auf den Computern der Benutzer später auslösen, um die Netzwerklast zu verringern. Bei diesem Szenario können Sie Setup sogar über die lokale Installationsquelle ausführen. Dadurch können Benutzer die Office-Installation ohne Netzwerkverbindung abschließen.

Weitere Informationen zur lokalen Installationsquelle finden Sie unter Erforderliche lokale Installationsquelle.

Installieren von Office

Nach Start der Installation überprüft Setup den benötigten Datenträgerspeicher und Featureabhängigkeiten und ruft anschließend Windows Installer auf, um die ordnungsgemäßen Paketsätze (MSI-Dateien) mithilfe der lokalen Installationsquelle auf dem Computer des Benutzers zu installieren. Setup nutzt die zuvor beschriebenen XML-Daten, um die benötigten MSI-Dateisätze zu bestimmen. Die von Setup während der Installation eingeblendete Statusleiste berücksichtigt den gesamten Installationsvorgang, also auch das Übernehmen von Anpassungen und Einspielen von Softwareupdates aus dem Ordner Updates.

Tipp

Wenngleich Windows Installer von Setup zum Installieren von Office verwendet wird, können die einzelnen MSI-Dateien nicht unabhängig von Setup vom Windows Installer installiert werden.

Anwenden der Anpassungsdatei

Während des Installationsvorgangs wendet Setup die Anpassungsdatei auf die Konfiguration des Benutzers an. Das Ergebnis ähnelt den Auswirkungen des Anwendens eines Windows Installer-Transformationspakets (MST-Datei) in früheren Office-Versionen, d. h. Ihre Anpassungen werden zur Standardkonfiguration für Benutzer. Zusätzlich zu den XML-Daten, die zur Anpassung des Installationsvorgangs dienen, kann die Anpassungsdatei Standardbenutzereinstellungen, Installationszustände von Features, Outlook-Profile und andere Änderungen an der Konfiguration des Benutzers enthalten.

Anpassungsdateien sind produktspezifisch. Es werden nur die Dateien übernommen, die für das installierte Produkt relevant sind.

Tipp

Wenn Sie mehrere Setupanpassungspatches (MSP-Dateien) bereitstellen möchten, können Sie für eine Erstinstallation nur eine Setupanpassungsdatei im Ordner Updates für jedes Office 2013-Produkt platzieren. Die restlichen Anpassungsdateien müssen Sie nach Abschluss der Office-Installation bereitstellen. Wie bereits erwähnt, wird nur ein Anpassungspatch pro Produkt im Ordner Updates unterstützt. Die Anpassungsdatei, die Sie im Ordner Updates platzieren, wird zuerst bereitgestellt und muss deshalb alle Setupanpassungen enthalten, die nach der Installation nicht geändert werden können, wie z. B. der Installationsspeicherort.

Wenn Sie für verschiedene Benutzergruppen eindeutige Konfigurationen erstellen möchten, sollten Sie die Anpassungsdateien an einem anderen Speicherort speichern und dann den Parameter /adminfile an der Befehlszeile von Setup zum Auswählen der gewünschten Datei angeben. Beispiel:

\\server\share\Office15\setup.exe /adminfile \\server\share\Office15\MyUpdates\Engineering.msp

Dabei ist Office15 der Stamm des Netzwerkinstallationspfads.

Tipp

Wenn Sie die lokale Installationsquelle vorab zwischenspeichern, kopiert Setup den Ordner Updates unter dem Netzwerkinstallationspfad in die lokale Installationsquelle. Dadurch können Ihre Anpassungen in Installationsszenarien ohne Netzwerkverbindung einbezogen werden. Dies ist das einzige Mal, dass Setup die Anpassungsdatei vor der Installation auf dem lokalen Computer zwischenspeichert.
Weitere Informationen finden Sie unter Vorabzwischenspeichern der lokalen Installationsquelle für Office 2010. Die Informationen beziehen sich auch auf Office 2013.

Einspielen von Softwareupdates

Zum Abschluss des Installationsvorgangs untersucht Setup den Ordner Updates unter dem Installationspfad auf Softwareupdates (MSP-Dateien). Im Gegensatz zu Setupanpassungsdateien, die Sie mit dem Office-Anpassungstool erstellen, werden Softwareupdates von Microsoft zum Optimieren des Produkts verteilt.

Wenn Sie Benutzern Office und auch verschiedene Softwareupdates bereitstellen müssen, kann Setup die Updates während des anfänglichen Installationsvorgangs einspielen. Dieser Schritt wird bei der Ermittlung des benötigten Speicherplatzes und von den Statusleistenanzeigern berücksichtigt. Aus Sicht des Benutzers erfolgt der gesamte Vorgang im Rahmen eines einzigen Ereignisses. Bei diesem Modell wird der ursprüngliche Installationspfad beibehalten, wobei Sie weiter die Möglichkeit haben, neuen Benutzern die aktuellste Version des Produkts zur Verfügung zu stellen.

Tipp

Der Ordner Updates dient nur für Erstinstallationen oder neue Installationen von Office 2013. Dieser Ordner kann nur eine einzige Setupanpassungsdatei (MSP) und mehrere Service Packs und Hotfixes ausschließlich im MSP-Format enthalten.

Weitere Informationen zum Softwareupdateprozess finden Sie unter Konsolidierter Aktualisierungsvorgang.

Hinzufügen mehrerer Produkte zum Installationspfad

Sofern der Netzwerkinstallationspfad mehrere Office 2013-Produkte enthält, durchsucht Setup alle Ordner und Unterordner nach den Dateien Config.xml und Setup.xml und fordert den Benutzer anschließend auf, ein zu installierendes Produkt auszuwählen.

Wenn Sie mehrere Office-Produkte installieren, ist es effizienter, alle Produkte unter demselben Installationspfad zu speichern und Setup so anzupassen, dass ein bestimmtes Office-Produkt auf den Computern der Benutzer installiert wird.

Tipp

Wenn Sie mehrere Office-Produkte unter demselben Installationspfad kopieren, werden Sie ggf. aufgefordert, gemeinsame Setupdateien zu überschreiben. Da diese Dateien in allen Office 2013-Produkten vorhanden sind, müssen Sie mehrfach vorhandene Ordner nicht erneut kopieren. Wenn Sie aufgefordert werden, doppelte Setupdateien zu überschreiben, wählen Sie Nein aus. Diese effiziente Konzeption sorgt für Speicherplatzeinsparungen und Konsistenz, wenn Sie Netzwerkinstallationspfade erstellen und replizieren.

Interaktives Ausführen von Setup

Sie können sich für eine unbeaufsichtigte Installation entscheiden, bei der die Benutzer vom Vorgang wenig oder nichts merken. Wenn Sie Benutzern allerdings die Benutzeroberfläche von Setup anzeigen, wirken sich Ihre festgelegten Optionen auf mehrere Aspekte des Verhaltens von Setup aus. Beispiel:

  • Wenn unter dem Installationspfad mehrere Office-Produkte verfügbar sind und ein Benutzer Setup.exe ohne Befehlszeilenparameter ausführt, zeigt Setup eine Liste mit Produkten an, die installiert werden können.

  • Wenn unter dem Netzwerkinstallationspfad mehrere Sprachen verfügbar sind, passt Setup standardmäßig die Sprache von Office dem Windows-Gebietsschema auf dem Computer des Benutzers an. Wenn ein Benutzer hingegen die Installationsoption Anpassen wählt, bietet die Registerkarte Sprachen auf der Benutzeroberfläche von Setup dem Benutzer eine Übersicht der Sprachen, die unter dem Netzwerkinstallationspfad verfügbar sind.

  • Wenn Sie einen Product Key eingeben und die Microsoft-Lizenzbedingungen in der Anpassungsdatei oder Datei Config.xml akzeptieren, werden diese Setupbildschirme dem Benutzer im Verlauf von Setup nicht angezeigt.

    Tipp

    Ein Product Key-Eintrag ist nicht erforderlich für Unternehmensbereitstellungen, in denen die Aktivierung durch den Schlüsselverwaltungsdienst (Key Management Service, KMS) verwendet wird, da für alle Volumenlizenzeditionen von Office 2013 ein KMS-Clientschlüssel vorinstalliert ist. Der Schlüsselverwaltungsdienst ist eine der Methoden der Office-Aktivierungstechnologien zum Aktivieren von Produkten, die mit Microsoft-Volumenlizenzierungsprogrammen lizenziert werden. Für Volumenlizenzeditionen von Office 2013 wird keine Benutzeraufforderung angezeigt, auch wenn Setup im interaktiven Modus ausgeführt wird. Weitere Informationen zur Volumenaktivierung finden Sie unter Planen der Volumenaktivierung von Office 2013.

  • Wenn Sie zum Ausblenden und Sperren bestimmter Features eine Anpassungsdatei verwenden, werden diese Features nicht in der Featurestruktur angezeigt.

Weitere Informationen zum Anpassen von Anzeigeeinstellungen finden Sie unter Anpassen von Setup vor der Installation von Office 2013.

Sprachneutraler Entwurf

In Office 2013 (und in Office 2010 und Office 2007) ist ein Office-Produkt wie Office Professional Plus 2013 wie folgt aufgebaut:

  • Sprachneutrale Elemente sind in einem Kernpaket (MSI-Datei) enthalten.

  • Sprachspezifische Elemente sind anwendungsabhängig in getrennten Paketen enthalten.

Diese Dateiorganisation vereinfacht internationale Bereitstellungen. Die einfachste Installation eines Office -Produkts umfasst das Kernpaket und ein Sprachpaket. Das Hinzufügen weiterer Sprachen erfolgt so einfach wie das Kopieren zusätzlicher Sprachpakete (Single Language Packs, SLPs) unter dem Netzwerkinstallationspfad, und alle Sprachpakete arbeiten auf dieselbe Weise mit dem Kernprodukt zusammen. Alle Sprachversionen von Office, auch die englischsprachige, werden identisch bereitgestellt. Setup kombiniert in einem reibungslosen Installationsvorgang das sprachneutrale Kernpaket mit den sprachspezifischen Paketen.

Wichtig

Die aktuelle Version von Office 2013 enthält nur Sprachpakete für Englisch, Japanisch und Spanisch. In späteren Versionen werden weitere Sprachen unterstützt.

Sprachversionen von Office

Jedes Office-Produkt muss mindestens ein sprachspezifisches Paket aufweisen. Das Kernpaket (MSI-Datei) kann nicht allein bereitgestellt werden. Auf der Office-CD und unter dem Netzwerkinstallationspfad sind diese Sprachpakete in Ordnern enthalten. Jeder Ordnername enthält ein Sprachkennzeichen im Format sp-ll (z. B. en-us für US-amerikanisches Englisch) zum Bestimmen der Sprache. Außerdem enthält jeder Ordner eine Zusammenstellung von Installationsdateien.

Das Produkt Office Professional Plus 2013 ist beispielsweise auf die Dateien in diesen Ordnern verteilt. Nicht sprachspezifische Elemente wie Winword.exe (die ausführbare Datei für Word 2013) befinden sich im Kernpaket ProPlus.WW. Andere Elemente, z. B. die Hilfe und Benutzeroberfläche von Word 2013, sind im entsprechenden sprachspezifischen Paket für Word oder für gemeinsam genutzte Office-Features enthalten.

Sowohl sprachneutrale als auch sprachspezifische Elemente sind erforderlich, um vollständige Features einzurichten. Winword.exe selbst stellt keine Word-Anwendung dar, die verwendet werden kann. Gleichsam stellt die MSI-Datei von Office Professional Plus 2013 im Ordner ProPlus.WW kein vollständiges Office-Produkt dar.

Setup setzt alle diese Komponenten zu einem Gesamtprodukt zusammen. Die Dateien Paket.xml und Setup.xml in jedem Ordner enthalten Informationen, mit deren Hilfe Setup vollständige Features zusammensetzt, eine konsolidierte Featurestruktur erstellt und den ordnungsgemäßen MSI-Dateisatz für die Installation zusammenstellt. Nach Erfassung der XML-Daten und Zusammenführung der erforderlichen MSI-Dateien installiert Setup Office über Windows Installer auf dem Computer des Benutzers. Aus Sicht des Benutzers erfolgt dieser Vorgang automatisch und reibungslos.

Sie können keine bestimmte Anwendung in Office 2013 bereitstellen, indem Sie den sprachspezifischen Ordner mit der speziellen MSI-Datei (z. B. den Ordner Word.en-us) abtrennen. Sie können jedoch nur bestimmen, welche Anwendungen und Features auf den Computern der Benutzer installiert sind, indem Sie die Installation anpassen.

Tipp

Keine der MSI-Dateien unter einem Office-Installationspfad kann mithilfe von Windows Installer oder einer anderen Methode eigenständig installiert werden. Ferner kann keine der digital signierten XML-Dateien (Setup.xml und Paket.xml) bearbeitet oder geändert werden. In Office 2013 muss Setup die Dateien und Installationsinformationen zusammenstellen, um den Installationsvorgang ausführen zu können.

Sprachpakete für Office

Sprachspezifische Pakete werden in zwei Kontexten genutzt: in der Sprachversion eines Office-Produkts und im Sprachpaket (Single Language Pack, SLP) der jeweiligen Sprache. Die deutsche Version von Office Professional Plus 2013 umfasst beispielsweise ein Sprachpaket für jede Anwendung und für gemeinsam genutzte Features in Office Professional Plus 2013. Dieselben Ordner sind im deutschen SLP enthalten, das die sprachspezifischen Ordner für andere Produkte in Office 2013 enthält.

Sprachpakete können als getrennte Produkte bereitgestellt oder zum Bereitstellen eines Office-Produkts in mehreren Sprachen genutzt werden. Für Sprachpakete, die Sie entweder getrennt oder als Teil der Installation eines anderen Produkts bereitstellen, müssen Sie keinen eindeutigen Product Key eingeben.

Tipp

In Office-Versionen vor Office 2007 fügten Unternehmenskunden Sprachen durch Bereitstellen von MUI-Paketen (Multi-Language User Interface) nach der Installation einer US-englischen Version von Office hinzu. Lokalisierte Versionen, z. B. die japanische Version von Office Standard, waren nicht mit der Kernversion mit einem japanischen MUI-Paket identisch. Dieser Entwurf wurde in Office 2007 vereinfacht und verbessert und ist in Office 2013 und Office 2010 identisch.

Optimiertes Anpassungsmodell

In Office-Versionen vor Office 2007 waren mehrere Tools erforderlich, um Setup anzupassen und Office nach der Installation zu verwalten. In Office 2007 wurde ein einheitliches, optimiertes Modell eingeführt. In Office 2013 können Administratoren (wie in Office 2007 und Office 2010) Setup zum Installieren, Anpassen und Verwalten von Office nutzen. Zum Erzwingen bestimmter Benutzer- und Gruppeneinstellungen können Administratoren Gruppenrichtlinien verwenden (siehe Verwenden von Gruppenrichtlinien).

Verwenden des Office-Anpassungstools

Sie können eine Office-Installation mit dem Office-Anpassungstool (OAT) – einer Komponente von Setup – anpassen, das in den Volumenlizenzversionen von Office 2013 enthalten ist. Starten Sie das OAT, indem Sie Setup mit der Befehlszeilenoption /admin ausführen. Erstellen Sie mit dem OAT eine Setupanpassungsdatei (MSP-Datei), die Sie im Ordner Updates unter dem Netzwerkinstallationspfad ablegen. Der Ordner Updates wird nur für Erstinstallationen oder neue Installationen von Office 2013 (und Office 2010 und Office 2007) verwendet, und im Ordner Updates wird nur ein einziger Anpassungspatch unterstützt.

Eine Setupanpassungsdatei ist eine erweiterte Form einer Windows Installer-MSP-Datei. Jede Datei wird für ein bestimmtes Produkt konfiguriert, z. B. Office Professional Plus 2013 oder OneNote 2013. Wenn Sie Setup zum Installieren eines Office-Produkts ausführen, durchsucht Setup den Ordner Updates nach einer Anpassungsdatei, die dem Produkt entspricht, das Sie installieren möchten. Während Setup das Produkt installiert, werden die in dieser Datei enthaltenen Anpassungen angewendet.

Zum Konfigurieren von Office für verschiedene Benutzergruppen können Sie mehrere Setupanpassungsdateien erstellen. Wenn Sie Setup ausführen, können Sie die für jede Installation gewünschte Anpassungsdatei über den Setup-Befehlszeilenparameter /adminfile oder mithilfe der Datei Config.xml angeben (siehe Anpassen von Office mithilfe der Datei "Config.xml").

Ausführliche Einzelheiten zum Erstellen einer Setupanpassungsdatei mit dem OAT finden Sie unter Referenz für Office-Anpassungstool (OAT) in Office 2013.

Anpassen einer Neuinstallation

Mithilfe einer Setupanpassungsdatei, die Sie mit dem OAT erstellen, können Sie ändern, wie Setup Office erstmalig auf dem Computer eines Benutzers installiert. Mit dem OAT können Sie Office beispielsweise auf folgende Weisen anpassen:

  • Setup ohne Interaktion mit dem Benutzer (d. h. unbeaufsichtigt) ausführen lassen

  • Den Product Key vordefinieren und die Microsoft-Softwarelizenzbedingungen im Auftrag des Benutzers akzeptieren

  • Angeben, wo Office-Dateien auf dem Computer des Benutzers installiert werden sollen

  • Auswählen, ob frühere Versionen von Office vor der Installation von Office 2013 entfernt werden sollen

    Tipp

    Es wird empfohlen, dass Unternehmenskunden zuerst alle früheren Versionen von Office deinstallieren, bevor sie Windows Installer-basierte Volumenlizenzeditionen von Office 2013 installieren.

  • Bestimmen der zu installierenden Office-Features

  • Standardwerte für viele Benutzeroptionen angeben, einschließlich Outlook-Einstellungen

Tipp

Parallele Installationen der 64-Bit- und 32-Bit-Versionen von Office werden von Office 2013 nicht unterstützt, auch nicht zwischen Anwendungen. Beispielsweise werden parallele Installationen der 32-Bit-Version von 2007 Office System und der 64-Bit-Version von Office 2013 oder für die 64-Bit-Version von Access 2013 und die 32-Bit-Version von Excel 2013 nicht unterstützt. Es ist nicht möglich, mit den Anpassungstools von Office 2013 parallele Installationen oder Anpassungen von 64-Bit- und 32-Bit-Versionen von Office zu konfigurieren. Beispielsweise können Sie keine benutzerdefinierte parallele Installation mit einem einzelnen Abbild für die 64-Bit-Version von Office Professional 2013 und die 32-Bit-Version von Visio 2013 erstellen. Weitere Informationen zur 64-Bit-Version von Office 2013 finden Sie unter 64-Bit-Editionen von Office 2013.

Informationen zum Anpassen von Setup finden Sie unter Anpassen von Setup vor der Installation von Office 2013.

Ändern einer vorhandenen Office-Installation

Wenn Sie eine vorhandene Office -Installation ändern möchten, müssen Sie dasselbe Tool verwenden, mit dem Sie die Originalinstallation angepasst haben. Führen Sie das OAT aus, um die Setupanpassungsdatei zu aktualisieren oder eine neue zu erstellen. Wenden Sie anschließend die Anpassungsdatei wie ein Softwareupdate auf den Computer des Benutzers an, woraufhin die vorhandene Office-Installation des Benutzers mit Ihren Anpassungen aktualisiert wird. Dies bedeutet, dass die Anpassungen, die bei der Installation von Office verfügbar sind, auch bei der Änderung von Office nach der Installation verfügbar sind.

Tipp

Es gibt verschiedene Anpassungen, die Setup nur anwendet, wenn Sie Office erstmalig installieren. Dazu gehören folgende Anpassungen: Angeben, wo Office auf dem Computer des Benutzers installiert werden soll, Definieren des Product Keys und Entfernen vorheriger Versionen von Office-Anwendungen. Das OAT ermittelt, welche Anpassungen nur für eine neue Installation gelten.

Anpassen von Office mithilfe der Datei "Config.xml"

Mithilfe der Datei Config.xml können Sie Änderungen an Ihrer Office-Installation vornehmen. Sie können nahezu dieselben Optionen wie mit dem OAT anpassen, einschließlich einiger weiterer Optionen, die im OAT nicht verfügbar sind.

Die Datei Config.xml sollte zum Ausführen der folgenden Installationsaufgaben verwendet werden:

  • Setup anweisen, die lokale Installationsquelle auf den Computer des Benutzers zu kopieren, ohne Office zu installieren.

  • Netzwerkinstallationspfad angeben

  • Auswählen, welches Produkt bzw. welche Sprache installiert werden soll

  • Ändern, wo Setup nach Setupanpassungsdateien und Updates sucht

  • Sehr kurzfristige oder einmalige Anpassungen durchführen, bei denen es sich nicht lohnt, das OAT zum Erstellen einer neuen Anpassungsdatei auszuführen

Wenn Sie die Datei Config.xml im selben Ordner wie Setup.exe ablegen, wird diese Datei von Setup gefunden und verwendet. Über den Setup-Befehlszeilenparameter /config können Sie auch den Speicherort der Datei angeben.

Tipp

Wenn Sie sowohl eine Setupanpassungsdatei als auch die Datei Config.xml angeben, haben die Anpassungen, die Sie in Config.xml festlegen, Vorrang vor denselben Anpassungen in der Anpassungsdatei.

Eine vollständige Beschreibung des Inhalts und Formats der Datei Config.xml finden Sie unter Referenz zur Datei "Config.xml" für Office 2013.

Verwenden von Setup-Befehlszeilenparametern

Setup erkennt nur wenige Befehlszeilenparameter in Office 2013, was auch für Office 2007 und Office 2010 gilt. Das OAT ist das primäre Tool zum Konfigurieren von Setupeigenschaften und Angeben anderer Anpassungen.

Über Setup.exe-Befehle können Sie die folgenden Aufgaben ausführen:

  • Ausführen des Office-Anpassungstools, um eine Setup-Anpassungsdatei (MSP) zu erstellen.

  • Anwenden der angegebenen Setupanpassungsdatei auf die Installation. Sie können z. B. einen Pfad einer bestimmten Anpassungsdatei (MSP-Datei) oder den Ordner angeben, in dem alle Anpassungsdateien gespeichert sind.

  • Angeben der Datei Config.xml, die vom Setup während der Installation verwendet wird.

  • Ausführen von Setup im Wartungsmodus und Vornehmen von Änderungen an einer vorhandenen Office-Installation.

  • Ausführen von Setup zum Reparieren des angegebenen Produkts auf dem Computer des Benutzers.

  • Ausführen von Setup zum Entfernen des angegebenen Produkts vom Computer des Benutzers.

Weitere Informationen zu den Befehlen in „Setup.exe“ finden Sie unter Setupbefehlszeilenoptionen für Office 2010. Die Informationen gelten auch für Office 2013. Informationen zu Windows Installer-Eigenschaften, die in früheren Versionen von Office verwendet wurden und zu Eigenschaften, die bei der Installation von Office 2013 verwendet werden können, finden Sie unter Setup-Eigenschaften in Office 2010. Die Informationen beziehen sich auch auf Office 2013.

Verwenden von Gruppenrichtlinien

Administratoren können mithilfe von Gruppenrichtlinieneinstellungen Office-Konfigurationen auf den Benutzercomputern definieren und warten. Gruppenrichtlinien dienen zum Konfigurieren von Office 2013-Richtlinieneinstellungen in administrativen Vorlagen, die vom Betriebssystem erzwungen werden. In einer Active Directory-Umgebung können Administratoren Richtlinieneinstellungen auf Gruppen von Benutzern und Computern an einem Standort, in einer Domäne oder einer Organisationseinheit anwenden, mit dem/der ein Gruppenrichtlinienobjekt verknüpft ist. Zutreffende Richtlinieneinstellungen werden in die genehmigten Registrierungsschlüsseln für Richtlinien geschrieben, und für diese Einstellungen gelten Einschränkungen durch Zugriffssteuerungslisten, die Änderungen durch Benutzer verhindern, bei denen es sich nicht um Administratoren handelt. Dadurch können Administratoren stark eingeschränkte oder weniger streng verwaltete Konfigurationen einrichten.

Administratoren können mithilfe von Richtlinieneinstellungen für Office 2013-Anwendungen die meisten Optionen zum Konfigurieren der Benutzeroberfläche von Office verwalten. Hierzu gehören:

  • Menübefehle sowie die entsprechenden Symbolleistenschaltflächen

  • Tastenkombinationen

  • Die meisten Optionen im Dialogfeld Optionen

Tipp

Die meisten Office 2013-Richtlinieneinstellungen sind auch im OAT (in den OPA-Einstellungen) verfügbar. Zum Konfigurieren der anfänglichen Standardeinstellungen in einer Setupanpassungsdatei (MSP) können Administratoren das OAT verwenden. Benutzer können jedoch nach der Installation die meisten Einstellungen ändern. Mithilfe von Gruppenrichtlinien können Sie bestimmte Konfigurationen erzwingen. Gruppenrichtlinieneinstellungen haben Vorrang vor OAT-Einstellungen.

Erforderliche lokale Installationsquelle

In Office 2013 erstellt Setup im Rahmen des standardmäßigen Installationsvorgangs auf dem Computer des Benutzers eine lokale Installationsquelle. Setup installiert alle Office 2013-Produkte in zwei Schritten. Zuerst kopiert Setup komprimierte Installationsquelldateien auf den Computer des Benutzers. Anschließend wird Windows Installer von Setup aufgerufen, um die eigentliche Installation aus der lokalen Installationsquelle auszuführen. Nach Abschluss der Installation steht die lokale Installationsquelle weiter für Setupvorgänge zur Verfügung, die einen Zugriff auf eine Originalquelle erfordern. Die lokale Installationsquelle wird bei den Mindestvoraussetzungen für den Speicherplatz berücksichtigt.

Tipp

In Office 2003 wurde das Produkt in großen Organisationen normalerweise von einem administrativen Installationspfad aus installiert. Die Office-Installation von einer lokalen Installationsquelle war optional ebenfalls möglich. In Office 2013 sowie in Office 2010 und Office 2007 ist die Option einer administrativen Installation nicht mehr vorhanden, und die lokale Installationsquelle ist zwingend erforderlich.

Durch die lokale Installationsquelle wird die Verteilung von Softwareupdates effizienter und zuverlässiger, da weder der Netzwerkinstallationspfad noch die lokale Installationsquelle des Benutzers je direkt aktualisiert wird. Die Installationen von Benutzern bleiben synchron, wenn sie die Clientversion von Softwareupdates einspielen.

Es folgen weitere sich ergebende Vorteile, wenn auf dem lokalen Computer stets eine vollständige Installationsquelle zur Verfügung steht:

  • Sie können vor der Installation von Office den Benutzern die lokale Installationsquelle bereitstellen. Dadurch wird die Netzwerklast verringert und sichergestellt, dass alle Benutzer das Produkt installieren und zum selben Zeitpunkt mit der Nutzung von Office 2013-Anwendungen beginnen.

  • Benutzer können Wartungsaufgaben erledigen, z. B. das Einspielen von Softwareupdates, ohne zum Einlegen der Office-CD oder Angeben einer Netzwerkquelle aufgefordert zu werden.

  • Mobile Benutzer oder Benutzer mit langsamen oder zeitweilig unterbrochenen Netzwerkverbindungen können Setup ohne Zugriff auf das Netzwerk ausführen, wenn eine lokale Installationsquelle vorab installiert wurde.

Es ist nur ein minimaler Aufwand erforderlich, um von diesen Vorteilen zu profitieren. Wenngleich die lokale Installationsquelle etwas Festplattenspeicher belegt, dauert das Erstellen der lokalen Installationsquelle und Installieren von Office ungefähr genau so lange wie das Installieren von Office selbst.

Erstellen einer lokalen Installationsquelle auf den Computern der Benutzer

Wenn Benutzer Office von einer DVD oder von einem Netzwerkinstallationspfad aus installieren, erstellt Setup die lokale Installationsquelle mit dem Programm Office Source Engine (Ose.exe), mit dem die erforderlichen Installationsdateien auf dem lokalen Computer in den ausgeblendeten Ordner kopiert werden. Der Standardspeicherort ist \MSOCache\All Users im Stammverzeichnis des Laufwerks, auf dem Office installiert ist.

Jedes Paket, das aus einem Office-Produkt besteht, d. h. aus sowohl dem sprachneutralen Kernpaket als auch einem oder mehreren sprachspezifischen Paketen, hat einen eigenen Downloadcode und wird im Unterordner unter MSOCache\All Users zwischengespeichert. Setup speichert stets eine vollständige lokale Installationsquelle zwischen. Diese beinhaltet alle Dateien, die zum zu installierenden Produkt gehören. Wenn der Installationspfad mehrere Sprachen aufweist, speichert Setup nur die Pakete der Sprachen zwischen, die auf dem Computer des Benutzers installiert sind.

Sofern zusätzliche Office-Produkte auf dem Computer des Benutzers installiert werden, erfolgt eine Zwischenspeicherung dieser Produkte in derselben lokalen Installationsquelle.

Tipp

Wenn ein Benutzer ein zweites Office-Produkt auf einem anderen Laufwerk installiert, erstellt Setup eine zweite lokale Installationsquelle im Stamm dieses Laufwerks. In diesem Szenario können gemeinsam genutzte Dateien in beiden lokalen Installationsquellen mehrfach vorhanden sein. Dieser Entwurf stellt jedoch sicher, dass jede lokale Installationsquelle vollständig ist und ordnungsgemäß funktioniert.

Benutzer können die lokale Installationsquelle nicht versehentlich löschen bzw. auf der Benutzeroberfläche von Setup oder mit dem Windows-Datenträgerbereinigungs-Assistenten entfernen. Wird der Ordner MSOCache gelöscht oder beschädigt, wird dieser Ordner von Setup beim nächsten Mal, wenn eine Quelle erforderlich ist, automatisch neu erstellt oder repariert. Wenn Benutzer über zu wenig Festplattenspeicher verfügen, werden sie aufgefordert, welchen freizugeben. Sie können sich darauf verlassen, dass jeder Benutzer Zugriff auf die Quelle hat, wenn Sie neue Updates oder Anpassungen verteilen.

Tipp

Nach dem Erstellen der lokalen Installationsquelle wird deren Speicherort auf dem Computer des Benutzers festgelegt. Später installierte Office-Produkte werden stets dem vorhandenen Ordner MSOCache\All Users hinzugefügt, es sei denn, der Benutzer hat einen anderen Speicherort angegeben.

Separates Bereitstellen der lokalen Installationsquelle

Da Setup die Installation von Office anhand der lokalen Installationsquelle durchführt, können Sie die Netzwerklast minimieren, indem Sie die Installationsquelle vorab bereitstellen. Mithilfe Ihrer üblichen Methode zum Ausführen von Setup auf den Computern der Benutzer können Sie die lokale Installationsquelle gleichzeitig an eine Benutzergruppe verteilen. Nachdem alle Benutzer über eine vorab zwischengespeicherte Quelle verfügen, können Sie alle Benutzer zur Ausführung von Setup auffordern, damit Office gleichzeitig installiert wird. Durch die vorab stattfindende Zwischenspeicherung können die meisten Installationsaktivitäten auf dem lokalen Computer anstatt über das Netzwerk erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie unter Vorabzwischenspeichern der lokalen Installationsquelle für Office 2010. Diese Informationen beziehen sich auch auf Office 2013.

Sie können Setup direkt in der lokalen Installationsquelle auf dem lokalen Computer ausführen. Das lokale Ausführen von Setup bedeutet, dass keine Aktivitäten, z. B. das Laden von Setupdateien und Lesen von Metadaten, über das Netzwerk erfolgen. In diesem Szenario müssen Sie den Unterordner in MSOCache\All Users bestimmen, der das Kernprodukt enthält, das Sie installieren möchten. Jeder Unterordner des Kernprodukts enthält eine Kopie des Setupprogramms, und das jeweilige Produkt wird durch Ausführen von Setup im dazugehörigen Ordner installiert. Bei dieser Methode können Benutzer Office ohne Netzwerkverbindung installieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Ausführen von Setup von der lokalen Installationsquelle zur Installation von Office 2010. Diese Informationen beziehen sich auch auf Office 2013.

Konsolidierter Aktualisierungsvorgang

In Office-Versionen vor Office 2007 mussten diverse Vorgänge erfolgen, um sicherzustellen, dass Clientcomputer die neuesten Office-Softwareupdates erhielten und die Synchronität mit dem administrativen Installationspfad nicht verloren ging. Sie haben Setup ggf. so konfiguriert, dass Softwareupdates mit Neuinstallationen von Office verknüpft werden. Oder Sie haben Updates unter dem administrativen Installationspfad eingespielt und Office auf allen Clientcomputern neu installiert.

Durch die in Office 2007 eingeführte Architektur wird dieser Prozess wesentlich vereinfacht. In Office 2013, Office 2010 und Office 2007 erstellen Sie einen Netzwerkinstallationspfad, der zu keinem Zeitpunkt aktualisiert werden muss. Stattdessen werden Softwareupdates über einen einfachen Kopiervorgang für neue Installationen zur Verfügung gestellt. Vorhandene Installationen werden unabhängig vom Netzwerkinstallationspfad aktualisiert, sodass Sie sich nicht darum kümmern müssen, dass Clientcomputer mit der Installationsquelle synchron bleiben.

Einspielen von Office-Updates im Verlauf von Neuinstallationen

Kopieren Sie, nachdem Sie Office-Softwareupdates von Microsoft erhalten haben, die Updates im Stamm des Netzwerkinstallationspfads in den Ordner Updates. Die im Netzwerkinstallationspfad vorhandenen Dateien bleiben erhalten, wenn Sie sie zuvor von der Office-CD kopiert haben.

Tipp

Sie können mithilfe des Ordners Updates die Installation von Updates in eine Erstinstallation der Office 2013-Produkte einbinden. Bei der Erstinstallation werden nur Windows Installer-Updatedateien installiert, die sich in diesem Ordner befinden. Sie müssen die Updates daher aus Microsoft Self-Extractor-Paketen extrahieren. Außerdem können Sie einen Setupanpassungspatch (MSP) im Ordner Updates platzieren, um Erstinstallationen anzupassen.

Bei der Ausführung von Setup zum Installieren von Office auf einem Clientcomputer sucht Setup im Ordner Updates nach Softwareupdates, die bei der Installation von Office automatisch angewendet werden. Wenn der Ordner mehrere Updates enthält, werden nur die Updates angewendet, die für das installierte Office-Produkt vorgesehen sind. Wenn der Ordner Updates sowohl eine Setupanpassungsdatei (MSP) (Patch) als auch Produktupdates enthält, wird nur die Setupanpassungsdatei auf die Erstinstallation angewendet, und die Produktupdates werden nach Abschluss der Installation angewendet. Die Updates werden außerdem in der ordnungsgemäßen Reihenfolge angewendet. Der Benutzer erhält auf diese Weise zusammen mit der Neuinstallation von Office die neuesten Updates.

Tipp

Wenn Updates in einem anderen Ordner als dem Ordner Updates gesucht werden sollen, können Sie dies im Element SetupUpdates in der Datei Config.xml festlegen. Weitere Informationen finden Sie unter SetupUpdates element im Thema Referenz zur Datei "Config.xml" für Office 2013.

Aktualisieren vorhandener Office-Installationen

Nach der Installation von Office wenden Sie Softwareupdates direkt auf den Clientcomputer an, ohne zum Netzwerkinstallationspfad zurückzukehren. Dazu verwenden Sie ein Bereitstellungsverwaltungsprogramm wie Microsoft Systems Management Server oder System Center 2012 Configuration Manager, die Windows Server Update Services (WSUS), oder Sie aktualisieren Computer direkt über das Internet mithilfe von Microsoft Update.

Tipp

Nach der Installation von Office auf einem Clientcomputer werden bei der Neuinstallation von Office nur die Softwareupdates eingespielt, die bei der Erstinstallation eingespielt wurden. Wenn Sie neue Softwareupdates in den Ordner Updates kopiert haben, werden diese bei der Neuinstallation nicht eingespielt.

Siehe auch

Referenz für Office-Anpassungstool (OAT) in Office 2013
Referenz zur Datei "Config.xml" für Office 2013
Anpassen von Setup vor der Installation von Office 2013