Mediensätze, Medienfamilien und Sicherungssätze

Die Sicherungen eines Satzes aus einem oder mehreren Sicherungsmedien bilden einen Mediensatz. Ein Mediensatz ist eine geordnete Sammlung von Sicherungsmedien, Bändern oder Dateien auf Datenträgern, die in mindestens einem Sicherungsvorgang mithilfe eines festen Typs sowie einer festen Anzahl von Sicherungsmedien beschrieben wurden. In einem bestimmten Mediensatz werden stets entweder Bandlaufwerke oder Datenträger verwendet, nie jedoch beide Arten zugleich. Bei den mit einem Mediensatz verknüpften Sicherungsmedien kann es sich beispielsweise um drei Bandlaufwerke mit den Bezeichnungen \\.\TAPE0, \\.\TAPE1 und \\.\TAPE2 handeln. Dieser Mediensatz enthält nur Bänder und beginnt mit mindestens drei Bändern (eins pro Laufwerk). Die Art und Anzahl der Sicherungsmedien werden beim Erstellen eines Mediensatzes festgelegt und können dann nicht mehr geändert werden. Falls erforderlich, können bestimmte Medien jedoch zwischen Sicherungs- und Wiederherstellungsvorgängen durch ein Medium gleichen Typs ersetzt werden.

Ein Mediensatz wird auf dem Sicherungsmedium während eines Sicherungsvorgangs durch die Formatierung des Sicherungsmediums erstellt. Weitere Informationen finden Sie unter Erstellen eines neuen Mediensatzes. Nach der Formatierung enthält jede Datei oder jedes Band einen Medienheader für den Mediensatz, und die Dateien oder Bänder sind für den Empfang von Sicherungsinhalten bereit. Nach dem Erstellen der Header wird der Sicherungsvorgang fortgesetzt, und die angegebenen Daten werden auf den für den Vorgang angegebenen Sicherungsmedien gesichert.

HinweisHinweis

Mediensätze können zum Schutz gegen beschädigte Medienvolumes (Band oder Datenträgerdatei) gespiegelt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden gespiegelter Sicherungsmediensätze.

Sicherungskomprimierung wurde in SQL Server 2008 Enterprise eingeführt. Ab SQL Server 2008 R2 wird die Sicherungskomprimierung von SQL Server 2008 R2 Standard und allen höheren Editionen unterstützt. Jede Edition von SQL Server 2008 und höhere Versionen können eine komprimierte Sicherung wiederherstellen. Komprimierte und nicht komprimierte Sicherungen können nicht zusammen in einem Mediensatz enthalten sein. Weitere Informationen finden Sie unter Sicherungskomprimierung (SQL Server).

Medienfamilien

Sicherungen, die auf einem einzelnen, nicht gespiegelten Medium oder auf einem Satz gespiegelter Medien in einem Mediensatz erstellt wurden, bilden eine Medienfamilie. Die Anzahl der in einem Mediensatz enthaltenen Medienfamilien wird durch die Anzahl der für den Mediensatz verwendeten Sicherungsmedien bestimmt. Wenn beispielsweise in einem Mediensatz zwei nicht gespiegelte Sicherungsmedien verwendet werden, enthält der Mediensatz zwei Medienfamilien.

HinweisHinweis

In einem gespiegelten Mediensatz werden alle Medienfamilien gespiegelt. Wenn beispielsweise zur Formatierung eines Mediensatzes mit zwei Spiegeln sechs Sicherungsmedien verwendet werden, sind drei Medienfamilien vorhanden, von denen jede zwei gleichwertige Kopien der Sicherungsdaten enthält. Weitere Informationen zu gespiegelten Mediensätzen finden Sie unter Verwenden gespiegelter Sicherungsmediensätze.

Jedem Band oder Datenträger in einer Medienfamilie wird eine Mediensequenznummer zugewiesen. Die Mediensequenznummer eines Datenträgers ist immer 1. In einer Bandmedienfamilie ist die Sequenznummer des ersten Bandes 1, die Sequenznummer des zweiten Bandes ist 2 usw. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Mediensätzen und Medienfamilien.

Der Medienheader

Jedes Volume eines Sicherungsmediums (Datenträgerdatei oder Band) enthält einen Medienheader, der beim ersten Sicherungsvorgang erstellt wird, der das Band (oder den Datenträger) verwendet. Dieser Header bleibt unverändert, bis das Medium neu formatiert wird.

Der Medienheader enthält alle zum Identifizieren des Mediums (Datenträgerdatei oder Band) erforderlichen Informationen sowie seine Position innerhalb der entsprechenden Medienfamilie. Diese Informationen umfassen Folgendes:

  • Den Namen des Mediums.

    Der Medienname ist optional. Es wird jedoch empfohlen, durchgängig Mediennamen zu verwenden, die eine klare Identifikation der Medien ermöglichen. Mediennamen werden durch den Benutzer zugewiesen, der das Medium formatiert.

  • Eindeutige ID des Mediensatzes.

  • Anzahl der Medienfamilien im Mediensatz.

  • Sequenznummer der Medienfamilie, die dieses Medium enthält.

  • Eindeutige ID für die Medienfamilie.

  • Sequenznummer dieses Mediums in der Medienfamilie. Für eine Datenträgerdatei lautet dieser Wert immer 1.

  • Angabe, ob die Medienbeschreibung eine MTF-Medienbezeichnung oder eine Medienbeschreibung enthält.

    HinweisHinweis

    Alle Medien, die für Sicherungs- oder Wiederherstellungsvorgänge verwendet werden, verwenden das Standardsicherungsformat Microsoft Tape Format (MTF). In MTF können Benutzer eine Bandbezeichnung angeben, die eine MTF-spezifische Beschreibung aufweist. In SQL Server werden alle von anderen Anwendungen geschriebenen MTF-Medienbezeichnungen beibehalten; es werden jedoch keine MTF-Medienbezeichnungen geschrieben.

  • Medienbezeichnung von Microsoft Tape Format oder die Medienbeschreibung (als Text).

  • Name der Sicherungssoftware, die die Bezeichnung geschrieben hat.

  • Eindeutige ID des Softwareanbieters, von dem das Medium formatiert wurde.

  • Datum und Uhrzeit, an dem bzw. zu der die Bezeichnung geschrieben wurde.

  • Anzahl der Spiegel im Satz (1 bis 4). Mit 1 wird ein ungespiegeltes Medium angegeben.

SQL Server 2008 kann Medien verarbeiten, die durch frühere Versionen von SQL Server formatiert wurden.

Wichtiger HinweisWichtig

Mit SQL Server 2008 formatierte Medien können aufgrund von Änderungen im Medienheader nicht von SQL Server Version 7.0 und nicht von den Versionen von SQL Server 2000 vor SP4 interpretiert werden. In SQL Server 2000 SP4 werden die Änderungen am Medienheader jedoch unterstützt.

So lesen Sie den Medienheader des Mediums auf einem Sicherungsmedium

Sicherungssätze

Durch einen erfolgreichen Sicherungsvorgang wird dem Mediensatz ein einzelner Sicherungssatz hinzugefügt. Der Sicherungssatz wird anhand des Mediensatzes beschrieben, zu dem die Sicherung gehört. Wenn das Sicherungsmedium nur aus einer Medienfamilie besteht, enthält diese Familie den gesamten Sicherungssatz. Wenn das Sicherungsmedium aus mehreren Medienfamilien besteht, wird der Sicherungssatz auf die Familien verteilt. Auf jedem Medium enthält der Sicherungssatz einen Header für die Beschreibung des Sicherungssatzes.

Im folgenden Beispiel sehen Sie eine Transact-SQL-Anweisung, durch die ein Mediensatz mit der Bezeichnung MyAdvWorks_MediaSet_1 für die AdventureWorks2008R2-Datenbank erstellt wird. Hierbei werden drei Bandlaufwerke als Sicherungsmedien verwendet:

BACKUP DATABASE AdventureWorks2008R2
TO TAPE = '\\.\tape0', TAPE = '\\.\tape1', TAPE = '\\.\tape2'
WITH 
   FORMAT,
   MEDIANAME = 'MyAdvWorks_MediaSet_1';

Das Ergebnis eines erfolgreichen Sicherungsvorgangs sind ein neuer Mediensatz, der einen neuen Medienheader enthält, sowie ein auf drei Bänder aufgeteilter Sicherungssatz. Die folgende Abbildung veranschaulicht diese Ergebnisse:

Medienheader und erster Sicherungssatz auf drei Bändern

Nach dem Erstellen eines Mediensatzes werden die Sicherungssätze nachfolgender Sicherungsvorgänge normalerweise nacheinander an den Mediensatz angehängt. Die Gesamtheit aller von einem Sicherungssatz verwendeten Medien bildet den Mediensatz, unabhängig von der Anzahl der beteiligten Medien oder Sicherungsmedien. Sicherungssätze werden ihrer Position im Mediensatz entsprechend sequenziell nummeriert. Auf diese Weise können Sie angeben, welcher Sicherungssatz wiederhergestellt werden soll.

Jeder Sicherungsvorgang für einen Mediensatz muss auf die gleiche Anzahl sowie auf den gleichen Typ von Sicherungsmedien schreiben. Wenn, wie beim ersten Sicherungssatz, mehrere Medien verwendet werden, wird der Inhalt aller nachfolgenden Sicherungssätze auf alle Sicherungsmedien verteilt. In der Fortsetzung des oben stehenden Beispiels werden Informationen durch einen zweiten Sicherungsvorgang (eine differenzielle Sicherung) an denselben Mediensatz angehängt:

BACKUP DATABASE AdventureWorks2008R2
TO TAPE = '\\.\tape0', TAPE = '\\.\tape1', TAPE = '\\.\tape2'
WITH 
   NOINIT,
   MEDIANAME = 'AdventureWorksMediaSet1',
   DIFFERENTIAL;
HinweisHinweis

Die Option NOINIT ist standardmäßig festgelegt und wird aus Gründen der Übersichtlichkeit aufgeführt.

Wenn der zweite Sicherungsvorgang erfolgreich ist, wird ein zweiter Sicherungssatz in den Mediensatz geschrieben. Dabei wird der Sicherungsinhalt folgendermaßen verteilt:

Zweiter Sicherungssatz verteilt auf drei Mediensatzbänder

Beim Wiederherstellen von Sicherungen können Sie mit der Option FILE angeben, welche Sicherungen Sie verwenden möchten. Im folgenden Beispiel werden die FILE **=**backup_set_file_number-Klauseln verwendet, um eine vollständige Datenbanksicherung der AdventureWorks2008R2-Datenbank wiederherzustellen. Im Anschluss daran wird für denselben Mediensatz eine differenzielle Datenbanksicherung durchgeführt. Es werden bis zu drei Sicherungsbänder vom Mediensatz verwendet. Diese befinden sich auf den Bandlaufwerken \\.\tape0, tape1 und tape2.

RESTORE DATABASE AdventureWorks2008R2 FROM TAPE = '\\.\tape0', TAPE = '\\.\tape1', TAPE = '\\.\tape2'
   WITH 
   MEDIANAME = 'AdventureWorksMediaSet1',
   FILE=1, 
   NORECOVERY;
RESTORE DATABASE AdventureWorks2008R2 FROM TAPE = '\\.\tape0', TAPE = '\\.\tape1', TAPE = '\\.\tape2' 
   WITH 
   MEDIANAME = 'AdventureWorksMediaSet1',
   FILE=2, 
   RECOVERY;
GO

Informationen zu den Verlaufstabellen, in denen Informationen zu Mediensätzen und deren Medienfamilien und Sicherungssätze enthalten sind, finden Sie unter Anzeigen von Informationen zu Sicherungen.

Die Anzahl von Sicherungsmedien in einem Mediensatz hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Anzahl der Sicherungsmedien

  • Art der Sicherungsmedien

  • Anzahl der Sicherungssätze

So zeigen Sie die Sicherungssätze eines bestimmten Sicherungsmediums an