Was ist ein Content Delivery Network in Azure?

Ein Content Delivery Network (CDN) ist ein verteiltes Netzwerk mit Servern, über die Webinhalte auf effiziente Weise für Benutzer bereitgestellt werden können. Ein CDN speichert zwischengespeicherte Inhalte auf Edgeservern an POP-Standorten (Point of Presence), die sich in der Nähe der Endbenutzer befinden, um die Wartezeit zu verringern.

Azure CDN bietet Entwicklern eine globale Lösung zur schnellen Übermittlung von Inhalten mit hoher Bandbreite an Benutzer. Hierzu werden Inhalte auf physischen Knoten zwischengespeichert, die strategisch auf der ganzen Welt verteilt sind. Durch die Nutzung verschiedener Netzwerkoptimierungen mit CDN-POPs kann Azure CDN außerdem dynamische Inhalte beschleunigen, die nicht zwischengespeichert werden können. Ein Beispiel wäre etwa die Routenoptimierung zur BGP-Umgehung (Border Gateway Protocol).

Die Bereitstellung von Websiteressourcen über Azure CDN bietet folgende Vorteile:

  • Bessere Leistung und höhere Benutzerfreundlichkeit für Endbenutzer – vor allem bei Verwendung von Anwendungen, für die zum Laden von Inhalten mehrere Roundtrips erforderlich sind
  • Umfassende Skalierung, um hohe Lasten zu Beginn eines Ereignisses, z.B. bei einer Produkteinführung, besser verarbeiten zu können
  • Benutzeranforderungen und Inhalte werden direkt von Edgeservern verteilt und bereitgestellt, damit weniger Datenverkehr an den Ursprungsserver gesendet wird.

Eine Liste mit aktuellen CDN-Knotenstandorten finden Sie unter Azure CDN-POP-Standorte nach Region.

Funktionsweise

Übersicht über CDN

  1. Ein Benutzer (Alice) fordert eine Datei (auch Ressource genannt) über eine URL mit einem speziellen Domänennamen an. Beispiel: <Endpunktname> .azureedge.net. Dieser Name kann ein Endpunkt-Hostname oder eine benutzerdefinierte Domäne sein. Das DNS leitet die Anforderung an den POP-Standort mit der besten Leistung weiter. Dabei handelt es sich in der Regel um den POP, der dem Benutzer geografisch am nächsten ist.

  2. Falls sich die Datei nicht im Cache eines der Edgeserver am POP befindet, fordert der POP die Datei vom Ursprungsserver an. Der Ursprungsserver kann eine Azure-Web-App, eine Azure Cloud Service-Instanz, ein Azure Storage-Konto oder ein beliebiger öffentlich zugänglicher Webserver sein.

  3. Der Ursprungsserver gibt die Datei an einen Edgeserver am POP zurück.

  4. Ein Edgeserver am POP speichert die Datei zwischen und gibt sie an den ursprünglichen Anforderer (Alice) zurück. Die Datei bleibt bis zum Ablauf der in den entsprechenden HTTP-Headern angegebenen Gültigkeitsdauer (Time to Live, TTL) auf dem Edgeserver am POP zwischengespeichert. Falls der Ursprungsserver keinen TTL-Wert angegeben hat, wird der Standardwert (sieben Tage) verwendet.

  5. Weitere Benutzer können dann dieselbe Datei anfordern, indem Sie dieselbe URL nutzen, die Alice verwendet hat und an denselben POP weitergeleitet werden.

  6. Sofern die Gültigkeitsdauer der Datei nicht abgelaufen ist, gibt der POP-Edgeserver die Datei direkt aus dem Cache zurück. Dieser Prozess führt zu schnellen Reaktionen und somit zu einer höheren Benutzerfreundlichkeit.

Requirements (Anforderungen)

  • Für die Verwendung von Azure CDN müssen Sie mindestens über ein Azure-Abonnement verfügen.
  • Darüber hinaus müssen Sie ein CDN-Profil erstellen. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von CDN-Endpunkten. Bei jedem CDN-Endpunkt handelt es sich um eine bestimmte Konfiguration, die Benutzer*innen mit dem erforderlichen Verhalten und Zugriff zur Inhaltsübermittlung anpassen können. Sie können mehrere Profile verwenden, um Ihre CDN-Endpunkte nach Internetdomäne, Webanwendung oder anderen Kriterien zu organisieren.
  • Da die Preise für Azure CDN auf der CDN-Profilebene gelten, müssen Sie mehrere CDN-Profile erstellen, wenn Sie eine Kombination verschiedener Tarife verwenden möchten. Informationen zur Abrechnungsstruktur von Azure CDN finden Sie unter Grundlegendes zur Abrechnung für Azure CDN.

Einschränkungen

Bei jedem Azure-Abonnement gelten Standardgrenzwerte für folgende Ressourcen:

  • Anzahl erstellter CDN-Profile.
  • Anzahl von Endpunkten, die in einem CDN-Profil erstellt wurden.
  • Anzahl von benutzerdefinierten Domänen, die einem Endpunkt zugeordnet wurden.

Weitere Informationen zu Grenzwerten für CDN-Abonnements finden Sie unter CDN-Grenzwerte.

Azure CDN-Features

Azure CDN bietet folgende Schlüsselfeatures:

Eine vollständige Liste mit den Features, die von den einzelnen Azure CDN-Produkten unterstützt werden, finden Sie unter Azure CDN-Produktfeatures.

Nächste Schritte